Angriffe auf die Guarani

Die Guarani in Brasilien fordern einen Teil ihres Landes zurück

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Auf Geheiß der Regierung überwachen 100 schwer bewaffnete Polizisten die Planierung der Guarani-Gemeinde Apy Ka’y, nachdem dem Antrag eines Großgrudbesitzers stattgegeben wurde. Die Einwohner der Gemeinde, dürfen nach der Vertreibung nicht mehr auf ihr Land und können nur mehr am Straßenrand ausharren, wobei dort in der Vergagngenheit bereits 8 Angehörige der Gemeinde überfahren worden sind und einer durch Pestizide das Leben verloren hat.

Der Vorfall hat in Brasilien Entsetzen ausgelöst, während die durch einen Staatsstreich an die Macht gekommene Regierung unter Temer neue Repressalien gegen die Bevölerung durchzusetzten versucht hat. Die Abschaffung des Kulturministeriums vor dem Hintergrund der Meinungskontrolle, sowie eine Anordnung für Rio de Janeiro vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele, daß Tötungen bei Polizeiaktionen nicht mehr von einem Richter, sondern nur von einem Militärtribunal beurteilt würden, konnten zum Glück dank massiven Protest seitens der Bevölkerung verhindert werden.

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Bei einem Angriff einer Gruppe bewaffneter Männer auf die Guarani Gemeinde Tey'i Jusu in Südbrasilien ist ein Mann getötet worden. Es handelt sich um einen lokalen Gesundheitsmitarbeiter um die Mitte 20. Ein Dorfbewohner war in der Lage den Angriff aus einiger Entfernung zu filmen. Dabei sind Schüsse und Schreie zu hören sowie Brände, die das benachbarte Feld beleuchten, zu sehen. Das Video ist über das Projekt „Tribal Voice” von Survival International dokumentiert. Es ist anzunehmen, daß der Angriff von der lokalen Agrar- und Viehzuchtlobby ausgeht.

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Eilaktion

herausgegeben von Survival International Deutschland

der brasilianische Kongress erwägt eine Verfassungsänderung, die das Überleben indigener Völker aufs Spiel setzen würde.

Die Verfassungsänderung – bekannt als PEC 215 – soll anti-indigenen Landbesitzern das Recht geben, ein Veto gegen die Anerkennung indigener Territorien einzulegen. Sogar bereits anerkannte indigene Gebiete könnten so wieder aufgelöst werden.

lesen sie diesen Aufruf von Survival direkt online: hier , oder schreiben Sie folgenden Brief an die barsiliansiche Regierung:

An: renan.calheiros@senador.leg.br
Cc: dep.eduardocunha@camara.leg.br
Bcc: info@survivalinternational.de (dies ist optional, hilft uns jedoch bei unseren Aufzeichnungen)
Sehr geehrter Herr Calheiros,
sehr geehrter Herr Cunha,

ich bitte Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um PEC 215 zu kippen. Viele Rechtsexpert*innen halten die Verfassungsänderung für illegal. Das Justizministerium, FUNAI und viele weitere lehnen sie ebenfalls ab.

PEC 215 stellt eine ernsthafte Bedrohung für die indigenen Völker Brasiliens dar, die sich eindeutig dagegen ausgesprochen haben. PEC 215 könnte die Anerkennung indigener Gebiete verhindern, was zu der Eskalation gewalttätiger Landkonflikte führen könnte. Bereits heute kosten diese Indigenen landesweit ihr Leben. Durch PEC 215 würde das gestohlene Land wahrscheinlich nie an die Indigenen zurückgegeben werden. Damit handelt es sich um eine klare Verletzung von brasilianischem und internationalem Recht, die mit der Auslöschung ganzer Völker enden könnte.

Für das Überleben von Brasiliens indigener Bevölkerung ist es entscheidend, dass der Kongress ihre hart erkämpften Rechte würdigt und PEC 215 ablehnt.

Mit freundlichen Grüßen
»Ihr Name«
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Indigenes Volk von Bewaffneten angegriffen

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung

Die Schützen, die von lokalen Viehzüchtern engagiert wurden, trafen in zirka 10 Lastwagen auf dem Land der Guarani im Bundesstaat Mato Grosso do Sul ein. Sie beschossen mehrfach das Dorf der dort ansässigen Guarani-Gemeinde und steckten Berichten zufolge mehrere Häuser in Brand. Die Angriffe auf die Guarani wiederholen sich seitdem jede Nacht.

Es wird angenommen, dass die Viehzüchter sich für einen Wiederbesetzungssversuch des Landes durch die Guarani rächen wollen. Obwohl indigene Völker nach brasilianischem und internationalem Recht auf ihrem angestammten Land leben dürfen, wurden die Guarani zugunsten von Farmen und Plantagen von ihrem Land vertrieben. Die Viehzüchter schicken oft bewaffnete Truppen, um die Guarani anzugreifen und ihre Anführer*innen umzubringen; auf diese Weise versuchen sie, die Guarani weiterhin von ihrem angestammten Land fernzuhalten.

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zur Situation der Guarani

aus einem Bericht zu einer Wiederbestzung, Survival

Die Guarani sind müde … sie sind müde, weiterhin auf Gerechtigkeit und die Erfüllung der Regierungsversprechen zu warten. Laut der brasilianischen Verfassung hätten sie ihr angestammtes Land bereits 1993 zurückerhalten müssen. 22 Jahre später sind jedoch viele Guarani immer noch land- und mittellos. Zusammengedrängt auf winzige Flächen Land – oft entlang eines gefährlichen Straßenrandes – leiden die Guarani unter Umweltverschmutzung, Krankheit, Hunger und einer der höchsten Selbstmordraten der Welt.

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Die Guarani können es nicht alleine schaffen

Bericht von Survival International (online-Version)

Kurz nachdem die Guarani versucht hatten einen Teil ihres angestammten Landes wiederzuebsetzen berichtet uns Survival folgendes: Nach mehreren Versuchen, die Gemeinde zu kontaktieren, sprachen wir schließlich mit ihrem Anführer Marcio. Marcio war zuvor zusammen mit zirka 30 Verwandten entführt worden. Sie wurden auf der Ladefläche eines Lastwagens zusammengetrieben, weggefahren und schließlich an einem Straßenrand entladen.

Marcios Botschaft an uns war die folgende: „Es ist schrecklich hier. Die Täter griffen uns inmitten der Nacht an. Sie verbrannten all unsere Sachen. Sie schossen auf uns. Einige meiner Verwandten wurden verletzt und viele Menschen flohen. Ich weiß nicht, wo sie sich jetzt befinden oder wie es ihnen geht.“

Marcio entkam nur knapp. Denn Guarani-Anführer werden einer nach dem anderen durch systematische Angriffe ermordet. Semião Vilhalva, Anführer einer Nachbargemeinde, wurde von Bewaffneten, die durch Viehzüchter angeheuert worden waren, vor erst drei Wochen ermordet.

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Indigenes Volk von Bewaffneten angegriffen

aus einer Pressemitteilung von Survival International Deutschland e.V.

… Die Guarani der Gemeinde Pyelito Kuê hatten zwei Tage zuvor einen Teil ihres angestammten Landes wieder besetzt. Seitdem haben sie ständig Angriffe zu erleiden. Berichten zufolge wurde eine Guarani-Frau vergewaltigt und zusammengeschlagen. Sie musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. …

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Guarani in Brasilien sollen von ihrem Land vertrieben werden

Mitteilung von Survival International

Die Apy-Ka'y-Gemeinde klammert sich an ein winziges Stück ihres angestammten Landes. Es handelt sich dabei um die letzten Überbleibsel ihres einst im Überfluss vorhandenen Waldes, der inzwischen durch die industrielle Landwirtschaft zerstört wurde.

Ihre Verzweiflung wird in diesem bewegenden Video deutlich, das Teil von Survivals „Tribal Voice“-Projekt ist.

Falls sie vertrieben werden, müssen die Indigenen in elenden Baracken am Straßenrand hausen.

Die Guarani kämpfen für ihr Land, aber dies hat seinen Preis. Damiana ist die Mutter von drei Söhnen, die alle in diesem Kampf getötet wurden. Nun haben Bewaffnete ihre Aufmerksamkeit auf sie gerichtet.

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Anführerin der Guarani getötet

Abermals ist eine Anführerin der Guarani ermordet worden. Survival International hat u.a. gefordert ein Email zu schreiben, um die brasilianische Regierung auf die Situation der Guarani aufmerksam zu machen.

Bericht und Aufforderung von Survival International:

You may write an email to:

An: sg@planalto.gov.br and info@survivalinternational.de

Sehr geehrte Präsidentin,

Ich bin zutiefst darüber besorgt, dass es Ihrer Regierung nicht gelungen ist, die Gebiete des Guarani-Volkes im Bundesstaat Mato Grosso do Sul zu demarkieren. Ohne ihr angestammtes Land können die Guarani nicht überleben, ihre Anführer werden nacheinander getötet, ihre Kinder sterben an Mangelernährung und sie leiden unter einer der höchsten Selbstmordraten der Welt. Ich bitte Sie, sich an die Verfassung Brasiliens zu halten und die Gebiete der Guarani umgehend zu demarkieren, bevor weitere Menschen sterben.

Mit freundlichen Grüßen
»Ihr Name«