Briefwechsel mit den Zeugen Jehovas

November 2020, 2022

Hiermit veröffentliche ich meinen Briefwechsel mit den Zeugen Jehovas, die mich im November 2020 wegen meiner Homepage angeschrieben haben. Meine eigenen Briefe sind hier vollumfänglich abgedruckt, jene von den Zeugen Jehovas ausschnittsweise nur dort, wo dies für das Verständnis notwendig ist, denn ich habe von meinem Kommunikationspartner bisweilen nicht die Erlaubnis erhalten seine Briefe zu veröffentlichen. Weiters geht es um die Begegnung mit einer Frau der Zeugen Jehovas im März 2022.

“… Im November 2020 nehmen Jehovas Zeugen weltweit an einer Aktion teil, um Regierungs- und Behördenvertreter, Personen im Geschäftsleben sowie im Gesundheitswesen, sowohl vor Ort als auch auf nationaler Ebene eine Sonderausgabe der Zeitschrift Der Wachturm zu übergeben. … was das Königreich Gottes eigentlich ist und welche Auswirkungen es haben wird. … das Reich Gottes sehr nahe ist … ”

Sehr geehrter Herr M.P.

Es wird unser Reich sein und nicht das Königreich eines christlichen Gottes. Davon bin ich überzeugt. Wenn Religionen, die Lügen verbreiten, abgeschafft werden müssen, dann wäre doch das Christentum als eines der ersten an der Reihe. Wie kann es sein, daß die Menschen im Königreich Gottes ewig leben und dann trotzdem Kinder haben? Ich persönlich sehe den Tod hier nicht so negativ, wenn ich meine Mission erfüllt haben sollte. Es erwartet uns danach ein Leben als Geistwesen und wir können nach wie vor auf die Geschicke dieser Welt einfluß nehmen, ohne hald die täglichen Sorgen, die uns hier plagen mögen. Wenn Sie interessiert, was ich über ein Leben nach dem Tod denke, dann sind Sie herzlich dazu eingeladen https://www.elstel.org/Woran-glauben-Sie-an-Gott-oder-an-die-Natur.html zu lesen. In der Bibel ist einfach so vieles Lüge. Ich will mich aber dazu nicht näher äußern, im Moment. Wir Menschen können hier alles machen, damit wir ein besseres Leben haben können. Vielleicht ist das mit den derzeitigen Machtverhältnissen nur schwer möglich, aber wenn die Menschen das wollen, so wird es eine dementsprechende Veränderung geben. Der Ausgang der Präsidentenwahl in den USA zeigt ja auch, daß die Menschen Veränderung wollen und daß ihnen unsere Umwelt sowie soziale Belange nicht egal sind. Wenn der übermäßige Fleischkonsum einmal eingegrenzt und die Umweltgifte reduziert werden, dann erwartet uns auch ein gesünderes Leben (bezieht sich auf die beigelegte Broschüre). In einem Punkt stimme ich aber vollkommen mit Ihnen überein: Es wird Veränderung geben und zwar schon in naher Zukunft!

Mit besten Grüßen,
Elmar Stellnberger

Es ist wohl nicht schwer vorzustellen was mir Herr M.P. geantwortet hat. Wenn ich den Brief noch hätte, würde ich aber genauer sagen, was drinnen gestanden ist. Macht nichts; hier kommt meine Antwort:

Sehr geehrter Herr M.P.

Wenn Sie sich den Schöpfungsmythos der Bibel anschauen, so ist dieser bei näherem Hinsehen eigentlich eine Lüge. Heute wissen wir natürlich, daß es nicht so war; wir kennen die Evolutionstheorie. Früher aber konnten die Menschen das natürlich nicht wissen. Die Schöpfungsgeschichte dient dann in weiterer Folge um einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Menschen und Tieren zu argumentieren, der so nicht existiert. Tiere hätten keine Seele. Dem muß ich widersprechen. Die Amazonasindianer glauben sogar, daß die Ananas einen Ananasgeist hat. Ich werde jetzt nicht noch einmal auf dieselbe Referenz verweisen. Das alleine wäre ja augenscheinlich nicht so schlimm, aber die Amtskirche meint da jedenfalls, daß man die Bibel ja nicht wörtlich nehmen darf. Noch schlimmer sind in dieser Hinsicht die Posaunen von Jericho. Kein Mensch der recht bei Trost ist, kann ja soetwas glauben. Die Geschichte ist für mich extrem aufdringlich und triefend; soetwas mag ich eigentlich nicht lesen.

Die guten Christen sagen ja immer die Bibel lehrt uns zu teilen. Bei kürzlich missionierten Amazonasindianern ist aber genau das Gegenteil zu beobachten: Sie hören damit auf. Kein Wunder, sagt doch die Bibel, daß der, der etwas hergibt, es ja eigentlich behalten kann, da er es von Gott alsdann wieder zurückbekommt. Jeder weiß, daß das im wesentlichen nicht der Fall ist und mit einer solchen Erwartungshaltung hört man dann natürlich erst recht damit auf zu teilen. Selbstgerechtigkeit und anderes, was die Bibel auch noch schürt gehören da freilich dazu, inklusive natürlich dem Besitzdenken. Die Bibel ist kein Werk des Guten. Die Bibel ist ein sehr kryptischer Text. Das Gute hat es aber nicht notwendig seine Intentionen zu verschleiern oder seine Inhalte anhand von offensichtlichen oder weniger offensichtlichen Lügen zu transportieren. Wer gut ist, sagt geradeheraus, was er denkt, außer vielleicht gegenüber dem ultimativ Bösen, denn die Menschen werden ihm nur zustimmen und auf seiner Seite sein. Das ist aber gerade nicht das, was die Bibel tut. Ich bin kein intrinsischer Bibelkenner, aber das wenige, was ich davon weiß oder gelesen habe, zeigt mir sehr deutlich, daß es ein Text des Bösen ist. Sie sind mir aus meinem letzten Brief auch nicht darauf eingegangen wie es denn möglich sein soll in einer begrenzten Welt ewig zu leben und trotzdem Kinder zu haben. Das kann wohl nicht sein. Wie kann es denn dann sein, daß die anderen Verheißungen des Reiches Gottes nicht auch Lügen sind?

Es geht mir ja weniger darum, ob das im Detail richtig ist, was die Bibel nun sagt, sondern mehr um das was die damit letzten Endes bezweckt und erreicht. Die evangelikalen Christen in den USA waren ja fast alle auf der Seite von Donald Trump. Was will den wohl der Bibeltext mit seiner Gesinnungslehre erreichen? Er wird es Ihnen nicht offen sagen und Sie können davon ausgehen, wenn Sie diesen Text verinnerlicht haben, daß Sie damit auf die eine oder andere Weise infiziert sind. Die Klimawandelleugner – ich will jetzt hier die ethische Komponente gar nicht diskutieren – argumentieren ja gerne mit ihrer religiösen Glaubensfreiheit. Sagen Sie mir jetzt aber bitte nicht, daß das alles sicher nicht von der Bibel kommt. Eine Religion, in der ein Gott über die Menschen bestimmt, läßt die Menschen die Natur und ihr eigenes Erbe vergessen oder gar als nieder oder zweitrangig einstufen. Das bewirkt aber letzten Ende nichts Gutes. Ich kann Ihnen jetzt wohl leider keine erschöpfende Liste von all dem was die Bibel im Menschen implementiert, geben. Nach 1000 Jahren oder nach fast 2000 Jahren von Bibelvorherrschaft über das menschliche Denken, müßten wir ja eigentlich schon fast im Paradies leben. Jedenfalls hätte es doch immer besser werden müssen. Ich müßte Ihnen ja recht geben, wenn Sie mir sagen, daß die Bibel kein einfaches profanes Buch von menschlicher Herkunft sein kann. Glauben Sie mir, auch ich habe mir bereits Gedanken darüber gemacht. Was das betrifft bin ich ganz bei Erich von Däniken. Er hat einfach recht, denke ich mal. Jedenfalls stimmt das alles was er sagt, so weit ich es überprüfen kann.

Die Religionen sind von Außerirdischen erfunden worden, die die Menschen klein halten und beherrschen und ihnen ihre eigenen Vorstellungen aufzwingen wollen, die ich für sehr negativ halte. Ich habe auf meiner Homepage im RSS-Viewer UFO Sichtungen und Aufnahmen, die in seriösen, ich meine wirklich seriösen Zeitungen zu lesen sind; also Links darauf. Man dürfte also deren Existenz und die Tatsache, daß sie hier sind, nicht so einfach beiseite schieben, wie das gerne getan wird, auch wenn es sich hier wohl um eine sehr unangenehme Wahrheit zu handeln scheint. Ich persönlich finde es nur sehr bedauerlich, daß sich Erich von Däniken als gläubiger Christ bezeichnet und nicht sehen will, daß die Machenschaften der Außerirdischen keine rein guten sind. Egal, ob Sie jetzt an soetwas wie Außerirdische glauben wollen oder nicht, für mich ist die Bibel ein Werk des Bösen, auch und gerade weil das für jemanden, der sie bereits verinnerlicht hat, einfach nicht mehr so ohne weiteres zu sehen ist. So, ich werde bald Schluß machen müssen für heute. Was Sie zu mir gesagt haben, ist aber gar nicht so blöd. Vielleicht würde es ja wirklich eine Art Umsturz brauchen, bei dem natürlich ausnahmsweise einmal die Richtigen an die Macht kommen müßten. Im Moment würde ich aber lieber schauen, was kommt. Ich möchte jedenfalls nicht von nicht-Menschen beherrscht werden. Es kann ja schlechter auch noch kommen. Man muß auch jenen, die etwas glaubhaft ankündigen einmal eine Chance geben, oder sagen wir davon sprechen, denn niemand von uns kennt die Zukunft. Ein Umsturz muß ja nicht gewaltsam erfolgen, ich meine nur eine Änderung der derzeitigen Machtgegebenheiten.

Aufrichtige und gute Grüße,
Elmar Stellnberger

Ich habe mich sehr darum bemüht und ihn sogar angerufen, ein Antwortschreiben gab es darauf aber nicht mehr, obwohl er mir eines versprochen hätte.



Vor zwei Wochen am Sonntag (2022-03-13) habe ich dann beim Spazierengehen im Wald eine Frau getroffen, die sich sogleich als Zeugin Jehovas geoutet hat (wieder!). Sie erklärte mir im wesentlichen, daß alles, was wir jetzt noch brauchen der Dritte Weltkrieg wäre, denn erst danach kann Gottes Reich kommen. Das stehe alles so in den Prophezeiungen, auch daß China in den Krieg eintreten werde. Ich sagte nichts dazu, gab ihr aber meine Telefonnummer für Whatsapp und daheim angekommen schickte ich ihr dann einen Link zu meiner Webseite, von der sie zu diesem Zeitpunkt auch begeister schien.

Und tatsächlich, es wäre beinahe wirklich so gekommen. Es muß der 17.März gewesen sein, als es wieder Berichterstattung über den Ukrainekrieg gab. Dabei zeigten sie ein Theater, das voll mit Kindern gewesen sein soll und das von den Russen bombardiert oder beschossen worden ist. Sie filmten die aus der Luft gut erkennbare Aufschrift auf ukrainisch mit dem Wortlaut “Kinder”. Ich fragte mich da sofort, warum die Kinder nicht bei ihren Eltern waren und warum man sie zusammen als Zielscheibe für russische Angriffe in ein Theater gesperrt hatte. Die Sache schien nicht in Ordnung. Weiters wurde am selben Tag berichtet, daß Selensky vor dem deutschen Parlament für eine Flugverbotszone und damit für den Kriegseintritt der Nato Staaten geworben hatte. Die Deutschen haben aber schon zwei Weltkriege mitgemacht und haben sich wohl nicht so einfach täuschen lassen. Am nächsten Tag zeigten die Hauptnachrichten trotzig einen Protest in Lemberg mit vielen leeren Kinderwagen. Nur auf dem Lifeticker im Internet auf orf.at war am Abend zu lesen: „Mariupol Offenbar keine Toten bei Angriff auf Theater” (https://orf.at/live/5123/).

Noch am vorhergehenden Tag, also da wo der Angriff auf das Theather und die Werberede von Selensky stattgefunden haben, hatte ich auf Facebook eine Nachricht für Verhandlungen mit Rußland gepostet. Der Lifeticker berichtete an diesem und den folgenden Tagen aber nur sehr nebulös darüber. Eben am Folgetag zu Mittag, nachdem ich mich auf Facebook zu Wort gemeldet hatte, erhielt ich überraschend von eben jener Frau von den Zeugen Jehovas einen sehr giftigen Anruf. Es zwingt mich wohl dazu anzunehmen, daß es dem Wunschdenken der Zeugen Jehovas zuwiderläuft, wenn die drei Reiter der Apokalypse, die da nämlich Krieg, Hunger und Seuchen bedeuten, nicht so kommen sollte wie ihre Prophezeiungen das voraussetzen. Das würde ja die Entstehung des Reiches Gottes dann vorerst wohl verunmöglichen. Mit der Wahrheit hat sie es bei ihrem extrem giftigen Anruf wohl nicht so genau genommen.

Schließlich sickerte auch der Verhandlungsstand zwischen Selensky und Putins Rußland durch. Selensky ist demnach weiterhin nicht bereit irgendwelche Gebietsverlusten hinzunehmen. Das schließt offensichtlich auch weiterhin die ostukrainischen Rebellengebiete ein, die mehrheitlich russischsprachig waren und nach der Annexion der Krim in einer Abstimmung für den Verbleib bei Rußland gestimmt haben. Bevor der Krieg ausgebrochen ist, hat Selensky ja deren Rückeroberung gefordert. Es zeigt mir wie unnotwendig dieser Krieg eigentlich ist. Ich erinnere mich auch wie verhetzt die Menschen hier zum Zeitpunkt meines Facebookkommentars bereits waren. Man muß einen Angriffskrieg nicht unbedingt gutheißen, aber der russischen Position immer aufs Neue jegliche Legitimität abzusprechen, kommt einer friedlichen Koexistenz ja nicht gerade entgegen. Die Ukraine ist bei uns von den Nachrichten stets als Opfer stilisiert worden, das ja absolut nichts gegen die russische Aggression hätte tun können. Ich bin der Meinung man hätte schon vorher entsprechend ernsthaft verhandeln müssen, was aber auch die Bereitschaft zu unliebsamen Zugeständnissen miteinschließt. Das Absprechen jeglicher Legitimität von Putins Rußlands ging so weit, daß man über mögliche Verhandlungsangebote Rußlands ja gar nicht mehr hätte berichten müssen, da diese ja ohnehin nicht ernst gemeint hätten sein können, wie vorher immer wieder betont worden ist. Dabei bin ich der Meinung daß das Angebot für eine Neutralität der Ukraine mit Beistandsverpflichtung westlicher Staaten eigentlich alles ist was das ukrainische Volk brauchen würde. Es schließt ja weder eine westliche Orientierung noch einen EU-Beitritt der Ukraine aus.

Lassen Sie mich aber abschließend noch ein paar Worte zu dem Reich Gottes sagen, wie es die Zeugen Jehovas ersehnen. So wie ich es verstehe, beläuft es sich auf eine Entmündigung der Menschen hinaus. Die Zeugen Jehovas sagen ja auch offen, daß Menschen nicht von Menschen regiert werden sollen, da sie die Natur des Menschen offensichtlich für unfähig, durch und durch schlecht sowie bekämpfenswert halten. Gott in Gottes Reich müsse dies direkt machen. Eine Unterdrückung der menschlichen Rasse und ein offensichtlicher zivilisatorischer Rückschritt, sowie ich das Erzählte letztlich auffasse. Es wird aber von uns abhängen, wie unsere Zukunft aussieht und ein neuer Weltkrieg würde meiner Ansicht nach, wie auch schon in den beiden vorhergehenden Weltkriegen, zu noch mehr Zerstörung führen als in vorhergehenden. Es liegt am Intellekt und am Herz der Menschen dies nicht zuzulassen. Die Menschen abzuwerten, nur weil ihre Regierung und wohl auch die Gesellschaft als ganzes im hier und jetzt nicht ideal sind, finde ich nicht gerecht. Die Broschüre der Zeugen Jehovas listet ja viele Segnungen des Reiches Gottes auf, aber ich würde, wie bereits argumentiert, nicht an so etwas glauben. Ich glaube eher, daß einem hier etwas schmackhaft gemacht werden soll, das es in Wahrheit wohl nicht ist.